Priorität: Akquise
Selbstständige, Freiberufler und viele Unternehmen vernachlässigen sie sträflich. Dabei ist die Akquise die wichtigste Aufgabe, um auf zukünftig die Auftragslage entsprechend abdecken zu können. Sie zählt zur Grundsicherung eines Unternehmens.
"Früher kamen sie einfach", ist vielerorts als Entschuldigung zu hören. Die Neunziger Jahre waren Jahre des Aufschwungs, in denen ein Branchenbucheintrag und ein Schild an der Eingangstür genügten, um Aufträge zu bekommen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert; in diesen Jahren weht ein anderer Wind – und der heißt Neukundengewinnung.
Wer sich nicht frei macht von der Vergangenheit, in welcher man sich nicht um Kunden bemühen musste, sondern nur um die fristgerechte und wunschgemäße Auftragsabwicklung, der hat heutzutage das Nachsehen. Wer sich nicht mit der Zeit verändert, der bleibt hinter seiner Konkurrenz zurück. Noch immer gibt es Firmen ohne Webpräsenz, noch immer ist Marketing für viele ein unsinniges Konzept für die eigene Firma, das nur Geld kostet. Und Akquise kann man machen, wenn mal Zeit ist, obwohl all diese Dinge zum Grund-Fonds unternehmerischen Handelns zählen. Diese Denke ist äußerst geschäftsschädigend.
Zum Thema Neukundengewinnung werden flächendeckend das ganze Jahr über Seminare veranstaltet, um Unternehmer an die Hand zu nehmen. Doch viele investieren nicht einmal die Teilnahmegebühr. Befragt man sie hierzu, heißt es meist, dass auch dafür das Geld fehlt, denn das Wasser stünde bis zum Hals. Aber kostenlose Online-Lektüre zum selben Thema wird auch nicht in Anspruch genommen. Wie ist das zu erklären?
Dass an der Lage eines solchen Unternehmens nichts geändert wird, liegt häufig in der Frustration der Unternehmer, die sich über Jahre hinweg angestaut hat. Unfähig, die Fehler im eigenen Tun oder Unterlassen zu erkennen, ist es leichter zu sagen: „bei den Leuten sitzt das Geld nicht mehr so locker wie früher“. Doch solche Argumente zählen nicht mehr. Das zeigen die Statistiken. Selbst während der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde der Konsum nicht so hart eingebremst wie befürchtet. Und wer sich müht, kreativ und ambitioniert ist, der hatte auch in den schwierigen Jahren keine Probleme, was ein Blick auf die Konkurrenz in vielen Fällen bestätigt. Natürlich gibt es auch Branchen, die wirklich so stark unter der Krise leiden musste, dass es unzählige Insolvenzen gab. Aber gerade dann ist die Akquise das einzige, was den Untergang verhindern kann und sollte daher mit Inbrunst verfolgt werden.